# VOM PROFI ZUM PROFIT: Beschäftigt vs. Geschäft

Der Mitschnitt zum PROFITrecruit-Podcast: Beschäftigt vs. Geschäft

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Mehrwert-Blogs,

mit diesem Beitrag erhalten Sie den Mitschnitt aus der Startfolge des PROFITrecruit-Podcast zum Nachlesen. Sie können auch direkt hier reinhören.

Sie hören aus der Staffel: VOM PROFI ZUM PROFIT die Episode – Beschäftigt vs. Geschäft

Einleitung

In der letzten Folge habe ich Ihnen ein Zahlenbeispiel versprochen, um das Thema Produktivität greifbarer zu machen.

Denn als Unternehmenslenker dürften wir uns einig sein:  Wirtschaftlicher Erfolg hängt von mehreren Faktoren ab. Neben dem Preis, dem Absatz und den Kosten sind es die Menschen, die etwas können. Es sind vor allem diejenigen, die ihr Können gewinnbringend für unser Unternehmen einsetzen und dadurch produktiver sind.

Anders ausgedrückt Profis, die Profit machen.

Ein Kunde von mir sagt es so treffend: Wissen Sie Frau Traber, beschäftigt sind Sie schnell als Unternehmer. Entscheidend ist aber ob Sie Geschäft machen. Und das gilt auch für Ihre Mitarbeiter.

Schauen wir uns das beschäftigt sein und Geschäft machen durch die Recruiting-Brille an.

Hier heißt es immer wieder:

Personal? Kann doch jeder!

Na klar. Grundsätzlich kann jeder alles.

Besonders dann, wenn der Output keine entscheidende Rolle zu spielen scheint.

Ist das so?

Tauchen wir dazu ein in die Branche der Personaldienstleister. Ein gutes Beispiel, weil der Zweck eines solchen Unternehmens genau darin besteht:

Für Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen als Recruiting-Profi das passende Personal zu rekrutieren.

Auch wenn es Personal auf Zeit ist, Personaldienstleister sich gleichzeitig Arbeitgeber für die verliehenen Mitarbeiter und haben damit 1:1 alle Verpflichtungen, wie jeder andere Unternehmer auch.

Im Gegenteil.

Durch gesetzliche Regulierungen ist der administrative Aufwand in der Personalverwaltung sogar höher.

Zum Beispiel bei der Lohnabrechnung. Hier ändern sich nicht nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen; Sie werden auch von Mal zu Mal immer komplexer.

Auch beim Thema Gesundheits- und Arbeitsschutz werden die Pflichten von entsprechend zertifizierten Dienstleistern mehr als ernst genommen.

Begriffe zum Zahlenbeispiel

Damit das Zahlenbeispiel auch für diejenigen Hörerinnen und Hörer gut verständlich ist, die noch keine oder sehr wenig Berührungspunkte mit der Branche haben, hier eine kurze Einführung zu den Begriffen.

Wenn wir von

Interne Mitarbeiter

  • Internen Mitarbeitern sprechen, dann besteht der Großteil davon aus Personal- bzw. Vertriebsdisponenten. Diese Mitarbeiter rekrutieren und disponieren das externe Personal für Sie als Kunden. Das sind die Recruiting Profis.

Externe Mitarbeiter

  • Sprechen wir von externen Mitarbeitern, dann sind das die Mitarbeiter, die beim Kunden vor Ort arbeiten. Also bei Ihnen möglicherweise im Einsatz sind. Die Bandbreite reicht von Produktionshelfern über Facharbeiter bis hin zu Ingenieuren und medizinischem Personal.

Betreuungsquote

  • Das Verhältnis von internen zu externen Mitarbeitern ist die Betreuungsquote. Das ist die Anzahl der externen Mitarbeiter, die ein Disponent betreut. Die Quote sagt aus, wie viele interne Mitarbeiter damit beschäftigt sind, um die externen Mitarbeiter zu rekrutieren, zu disponieren, abzurechnen und mit ihren Anliegen als Arbeitnehmer zu betreuen. Eingerechnet sind hier alle Mitarbeiter. Also auch die, die sich aus der Unternehmensverwaltung ums Marketing, die EDV u. s. w. kümmern.

Verrechnungssatz

  • Der Verrechnungssatz ist der Satz, den der Kunde für den Einsatz des externen Mitarbeiters pro Stunde zahlt. Und das nur für die produktive Zeit. Ausgenommen sind Urlaub, Krankheit u. s. w.

Was schauen wir uns noch zusammen an?

Wir betrachten den Umsatz, den ein interner Mitarbeiter dem Unternehmer bringt. Dieser ist das Ergebnis aus der Recruiting-leistung und der Dispositionsleistung. Hier haben wir schon die erste Maßeinheit von Produktivität.

Lünendonk-Liste Zeitarbeit- und Personaldienstleister 2019

Als Datenbasis nutzen wir die Lünendonk-Liste 2019. Bei der Firma Lünendonk gibt es unter anderem Wirtschaftsinformationen zu Umsätzen und Mitarbeiterzahlen der TOP 20 oder 25 aus unterschiedlichen Bereichen. Das sind zum Beispiel die Wirtschaftsprüfung, Technologieberatung, Informationstechnologie und eben auch die Zeitarbeit und Personaldienstleistung.

Ein Hinweis zu den Daten. Es handelt sich hierbei um in Deutschland erwirtschaftete bzw. bilanzierte Umsätze. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sind die Angaben mehr als realisierbar. Dazu gehören neben exzellenter Führung, guten Verrechnungssätzen auch eine hohe Prozessqualität mit herausragenden Standards.

Weil Zahlen grundsätzlich schwarz auf weiß besser nachzuvollziehen sind als beim reinen Hören, stehen diese im Mehrwertblog für Sie bereit.

Hier finden Sie auch weitere Hinweise von Lünendonk zur Datenbasis. Alle Infos finden Sie wie immer in den Shownotes zum Podcast.

Hinab ins Zahlenmeer

Doch jetzt tauchen wir gemeinsam hinab ins Zahlenmeer. Wir vergleichen hier 3 Unternehmen miteinander. Die Nummer 1, die Nummer 23 und die Nummer 16 der Liste.

An der Nummer 1 orientiert sich die Mehrzahl, um sich zu vergleichen. Mal schauen ob sich diese Orientierung grundsätzlich bezahlt macht.

Denn so viel kann ich Ihnen schon mal verraten: Es ist nicht die Nummer 1, die in der Liste den größten pro Kopf Umsatz macht.

Es ist auch nicht die Nummer 1, die mit ihrer Betreuungsquote von externen Mitarbeitern über dem Durchschnitt glänzt. Das gleiche gilt auch für den Verrechnungssatz. Aber wenn es nicht die Nummer 1, wer dann?

Die besten Voraussetzungen, um gute Gewinne zu machen hat hier die Nummer 16 unter den Top 25

Die schlechtesten Werte in allen Bereichen weist die Nummer 23 auf.

Kommen wir wieder zur Nummer 1

  • Die Nummer 1 der Personaldienstleister hat 2018 einen Umsatz von 2 Milliarden 383 Millionen EUR erwirtschaftet
  • Die Nummer 23 hatte einen Umsatz von 139 Millionen EUR zu verbuchen.
  • Die Top 16 erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 194 Millionen 300 Tausend EUR.

Die Spanne zwischen Nummer 1 und Nummer 23 beträgt 2 Milliarden 244 Millionen EUR

Schauen wir uns die Anzahl der internen Mitarbeiter an

Um die 2 Milliarden 383 Millionen EUR zu erwirtschaften, hat die Nummer 1 der Liste dafür 3.100 Interne Mitarbeiter beschäftigt.

Bei der Top 23 waren es 466 interne Mitarbeiter, um den Umsatz von 139 Millionen EUR zu erwirtschaften.

Und bei der T0P 16 reichten dafür 160 interne Mitarbeiter um 194 Millionen EUR umzusetzen.

Der Durchschnitt der Top 25 liegt bei 700 internen Mitarbeitern.

Der Mensch im Mittelpunkt?

Zoomen wir weiter rein und schauen uns an, wie die Betreuungsquote aussieht.

  • Die Nummer 1 betreut im Schnitt 15,1 externe Mitarbeiter.
  • Die Nummer 16 betreut 20,81 Mitarbeiter und
  • die Nummer 23 nur 8,15

Jetzt könnte der ein oder andere natürlich argumentieren und sagen: Jaaa…aber diejenigen, die nur 8,15 Mitarbeiter betreuen, die haben ja dann mehr Zeit für die Mitarbeiter. Mehr Zeit wird dann gern gleichgesetzt mit einer höheren Betreuungsqualität oder sogar mit einer höheren Zufriedenheit der internen und externen Mitarbeiter. Ganz nach dem Motto: Der Mensch im Mittelpunkt. Aber stimmt das so?

Wie immer im Leben und in der Personalarbeit gilt: Es kommt drauf an. Und auch hier ist es hilfreich, wenn wir die Dinge differenzierter betrachten.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich folgendes berichten…In unserer Niederlassung haben wir zu Dritt in der Spitze 120 externe Mitarbeiter betreut. Die Weiterempfehlungsquote lag bei 87 Prozent. Dieser gute Ruf spiegelte sich auch in der Bewerberqualität wider. Gute Mitarbeiter empfehlen gute Mitarbeiter. Es blieb sogar Zeit, den Mitarbeitern bei Ihren Alltagssorgen zu helfen.

Auch gehörte es zum Standard, jeden Mitarbeiter bei einem neuen Einsatz zu begleiten. Egal ob morgens um 6 oder abends um 22 Uhr mit Beginn der Nachtschicht. Das zahlte gleichzeitig auf die gute Kundenbeziehung ein.

Die durchschnittliche Betreuungsquote dieses Unternehmens lag 2018 mit 28,94 MA weit über dem Durschnitt von 14,51 MA. Der pro Kopf Umsatz ist der zweithöchste unter den Top 25.

Das heißt, man kann Umsatz machen oder man kann mehr Umsatz machen und hier gleichzeitig einen echten Mehrwert für Kunden und Mitarbeiter liefern.

Was Kununu dazu sagt

Zurück zu unseren 3 Vergleichsunternehmen. Weil hier keine persönlichen Erfahrungen vorliegen, machen wir einen kurzen Abstecher zu Kununu.

Die Nummer 1, die im Schnitt eine Betreuungsquote von 15,1 MA hat kommt beim Mitarbeiterfeedback auf 3,5 Sterne von 5. Beim Feedback seitens der Bewerber sind es 2,6 von 5 Sternen. Autsch!

Die Nummer 16, die im Schnitt 20,81 Mitarbeiter betreut hat bei den Mitarbeiterfeedbacks 3,4 von 5 Sternen. Beim Feedback durch die Bewerber sind es 4,5 von 5. Gratulation!

Die Nummer 23, die im Schnitt gerade mal 8,15 Mitarbeiter betreut schafft es mit dem Feedback der Mitarbeiter auf gerade mal 2,8 von 5 Sternen. Und beim Bewerberfeedback sind es 2,7 von 5 Sternen.

Wir erinnern uns. Recruiting ist die Kernkompetenz all dieser Firmen. Man darf annehmen, dass dort Profis auf Ihrem Fachgebiet arbeiten.

Die Zahlen zeigen uns jedoch auf, dass man sich nicht nur beschäftigen kann, sondern dabei auch noch gnadenlos schlecht sein kann. Wie sich das aufs Geschäft auswirkt, das zeigt sich jetzt im nachfolgenden Umsatz pro Kopf.

Umsatz. Umsatz. Umsatz

Im Durchschnitt erwirtschaftet ein interner Mitarbeiter der Nummer 1 auf der Liste einen Umsatz von 768.710 EUR. Das klingt doch gut, oder?

Die internen Mitarbeiter der Nummer 23 bringen es gerade mal auf einen Umsatz in Höhe von 298.283 EUR pro Kopf.

 Und was macht die Nummer 16? Die internen Mitarbeiter der Nummer 16 schaffen einen respektablen Umsatz von 1.214.375 EUR! Und der ist machbar, wenn die Rahmenbedingungen und Verrechnungssätze stimmen!

Zum Vergleich: Der Durchschnitt liegt bei 434.000 EUR.

FAZIT

Alle Unternehmen sind Profis auf dem Gebiet der Personalrekrutierung. Es sind die Top 25 der Personaldienstleistung.

Die Differenz zwischen dem produktivsten und dem unproduktivsten internen Mitarbeiter liegt bei -883.211 EUR. WOW! Wen oder was rekrutieren solche Profis für ihr Unternehmen?

Anders ausgedrückt:  Ein Profi kann mit seiner Beschäftigung dem Unternehmen ein PLUS von 883.211 EUR bringen. Ein Profi kann aber seinem Unternehmen auch -883 Tausend 211 EUR bringen.

Peanuts?

In den kommenden Beiträgen vertiefen wir das Thema – VOM PROFI ZUM PROFIT – und beleuchten dieses aus mehreren Perspektiven. Wenn Sie keine Beiträge verpassen wollen, tragen Sie sich gleich zum Erhalt des Mehrwert-Letters ein.

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Die Autorin: Bianca Traber

Die Themen Recruiting und Innovation treiben Bianca Traber schon seit 1999 an. In diesem Jahr gründete sie die 1. Video-Jobbörse im Internet. Dann sammelte sie Erfahrungen im B2B Sales von technischen Lösungen. Ab 2007 war sie im operativen Recruitment bei namhaften Personaldienstleistern erfolgreich.

Seit Mai 2015 unterstützt sie Unternehmen dabei, Recruiting-Prozesse zu optimieren und ihre Kompetenzen in der Projektsteuerung zu erweitern. Aus dieser Arbeit entwickelte sie mit Katja Belz die PROFITrecruit Methode. Sie funktioniert wie ein Kompass und Wegweiser für Ihre Prozesse und Projekte.

Wer die Methode anwenden möchte, findet dazu im spezialisierten Verlagsshop modular aufgebaute Guidelines und zusätzliche Angebote zu den Beratungsleistungen. Hier finden Sie konzentriertes Know-how zum sofortigen Umsetzen. Mehr dazu unter https://diemehrwertfabrik.de/shop-uebersicht/

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