PRAXIS-SPEZIAL: Wie Sie mit diesen 7 Spielregeln wirksam und effizient Personal gewinnen

Der Mitschnitt aus dem FOKUSrecruit Podcast Folge #008

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Mehrwert-Blogs,

mit diesem Beitrag erhalten Sie den Mitschnitt aus dem FOKUSrecruit Podcast der Folge 008. Das Praxis-Spezial zu den 7 Spielregeln wirksamer und effizienter Personalgewinnung. Hier können Sie auch direkt reinhören. Bitte beachten Sie die Cockie-Richtlinie von Soundcloud.

Einleitung

HERZLICH WILLKOMMEN zur heutigen Folge des FOKUSrecruit Podcast.

In der letzten Folge haben wir uns mit den 7 Spielregeln bzw. Prinzipien der FOKUSrecruit-Methode befasst. In der heutigen Folge erfahren Sie mehr über den Nutzen in der Praxis.

Denn besser als Paul Watzlawik kann man es nicht auf den Punkt bringen:

Der einzig gültige Maßstab für den Wert einer Methode liegt in den praktischen Ergebnissen, die sie erzielt.

Mein Name ist Bianca Traber. In unserer Startfolge zum Podcast konnten Sie bereits mehr über die Ziele und Initiatoren erfahren. Falls Sie diese Folge verpasst haben, hören Sie gern im Anschluss rein.

Bitte beachten Sie die Cockie-Richtlinie von Soundcloud.

Praxis-Beispiel 1

Doch jetzt starten wir mit dem ersten Beispiel.

Ein Unternehmen aus Ingolstadt sucht einen Produktmanager, der sich sehr gut in der Pharmabranche auskennt. In diesem Bereich möchte die Firma Ihr Produktportfolio erweitern. Erfahrungen im Pharmabereich sind bis dato nicht vorhanden.

Nach bisheriger Gewohnheit steht der Klassiker auf dem Plan:  Stellenanzeigen schalten, um so passende Bewerber zu gewinnen. Und wie so oft eilt es. Der neue Mitarbeiter muss Top-sein…das steht bei diesem Projekt außer Frage. Jedoch sollte die Suche nicht allzu viel kosten. Soweit die Ausgangssituation, die vermutlich viele bereits aus Ihrem Alltag kennen.

Doch dieses Mal waren alle Entscheider mutig und haben das gewohnte Muster erfolgreich durchbrochen. Und auch die Fachabteilung wurde von Anfang an mit einbezogen.

Nachdem das Anforderungsprofil noch einmal komplett überarbeitet und auf die wesentlichsten Punkte reduziert werden konnte, wurde der Regel Nummer 1 gefolgt. Das heißt, der Fokus lag darauf, Lösungen zu finden, statt nach Bewerbern zu suchen.

Auch wurden klare Prioritäten gesetzt. Die Qualität des Kandidaten war Prio 1. Der Faktor Zeit Prio 2 und die Kosten der Beschaffung Prio 3.

Anschließend wurde eine Umfeld-Analyse gemacht. Dabei wurden

  • der aktive Arbeitsmarkt,
  • das Suchverhalten von Kandidaten und
  • die Verfügbarkeit am passiven Arbeitsmarkt geprüft.
  • Weiterhin wurde die aktuelle Wettbewerbssituation genauer unter die Lupe genommen.

Ergebnisse der Bewerbermarkt-Analyse

Hier die Ergebnisse der Analyse:

Am aktiven Arbeitsmarkt war nur 1 Profil vorhanden, welches die qualitativen Anforderungen erfüllt hätte, jedoch nicht zum Gehaltsrahmen passte. In den sozialen Netzwerken waren zum Zeitpunkt der Suche gesamt 532 Profile von Produktmanagern in Bayern vorhanden.

Die Analyse des Wettbewerbs war umso überraschender. Das Ingolstadt mit Audi eine Automobilhochburg ist, war den am Projekt Beteiligten klar. Das es jedoch nur ein einziges potenzielles Unternehmen gab, bei dem man hätte aktiv um Kandidaten werben können, war für alle Entscheider eine große Überraschung.

Aus dieser Erkenntnis und den Ergebnissen der Recherche zur Nachfrage nach Produktmanagern, konnte von einer geringen Frequentierung von Stellenanzeigen ausgegangen werden.

In München und Umgebung sah die Situation anders aus. Hier gibt es 140 potenzielle Unternehmen im Pharmabereich.

Die Herausforderung bestand jedoch darin, wechselwillige Kandidaten (Auszug aus PULS-CHECK-RECRUITING) von München nach Ingolstadt zu bewegen. Für jemanden der in München wohnt, war es aus Sicht der Entscheider nicht besonders attraktiv, nach Ingolstadt zu ziehen. Ein tägliches Pendeln zur Arbeit hätte eine Investition von mehr als zwei Std./Tag bedeutet. Die Situation am Wohnungsmarkt, inklusive Mietpreisniveau unterscheidet sich in Ingolstadt kaum von München. Und das bei weniger attraktiven Lebensbedingungen; zumindest aus Großstadtsicht. Was also tun?

Mögliche Handlungsoptionen

Hier ein Auszug der Maßnahmen und Lösungen aufgrund der gegebenen Umfeldbedingungen.

Der Fokus lag aufgrund der Analyse-Ergebnisse auf einer aktiven Suchstrategie. Das bedeutet, Suche und Ansprache potenzieller Kandidaten in den Netzwerken XING und LinkedIn. Weil Produktmanager kein klassischer Ausbildungsberuf ist, wurden zusätzliche Berufsbilder bei der Suche in Betracht gezogen. Das sind zum Beispiel

  • Qualifizierungsingenieure
  • Validierungsingenieure
  • Prozessingenieure
  • Verfahrenstechniker und
  • technische Mitarbeiter aus der Qualitätsabteilung.

Weiterhin mussten die attraktivsten Rahmenbedingungen des Angebots herausgearbeitet werden. Der Fokus lag auf möglichen Wechselmotiven. Dafür wurde mit einem Kandidatenprofil gearbeitet.

Auch wurde überlegt, inwieweit eine Teil-Home-Office-Lösung von 2-3 Tagen / Woche angeboten werden kann. Das Angebot zur Mithilfe bei Umzug bzw. Wohnungssuche von Kandidaten aus anderen Bundesländern wurde ebenfalls mit in Betracht gezogen, weil es in Thüringen, Baden-Württemberg und Hessen eine hohe Anzahl an Pharmaunternehmen gibt.

Als Alternative zur Kandidatensuche konnte ein passender interner Mitarbeiter identifiziert werden. Dieser kann nach dem Konzept Training on the Job und mit Hilfe eines spezialisierten Interim-Manager oder externen Berater aus der Pharmabranche ausgebildet und aufgebaut werden.

Das waren nur einige der möglichen Handlungsoptionen.

Wie Sie an diesem Beispiel erkennen, konnte der Handlungsspielraum und die damit verbundenen Chancen mit Hilfe der Spielregeln 1-4 sofort vergrößert werden. Auch konnten die geplanten Kosten für Stellenanzeigen in wirksamere Maßnahmen investiert werden.

Praxis-Beispiel 2

Kommen wir zum zweiten Beispiel.

Ein Unternehmen sucht dringend Elektriker, um Aufträge bis zum Jahresende abarbeiten zu können. Prio 1 = Zeit, Prio 2 = Qualität, Prio 3 = Kosten der Beschaffung. Die Recherche ergab, dass zum aktuellen Zeitpunkt 11 ausgebildete Elektriker im Umkreis von 30 km auf Arbeitssuche sind. Davon verfügten 5 über die erforderlichen Muss-Kriterien. Diese wurden unverzüglich angeschrieben. Leider war die Resonanz gleich Null.

Parallel wurden jedoch Agenturen eingeschalten, die auf die Vermittlung von Fachkräften aus benachbarten europäischen Ländern spezialisiert sind. Mit dem Ergebnis, dass kurzfristig zwei sehr gute Elektriker als Subunternehmer tätig werden konnten. Zusätzlich wurden mögliche Wechselmotive für heimische Elektriker ausgearbeitet.

Die Präsenz als begehrter Arbeitgeber wird Schritt für Schritt ausgebaut, um zukünftig für Elektriker aus der Region, aber auch aus dem europäischen Ausland attraktiv zu sein. Denn hier steht der ländliche Raum mit Großstädten im Wettbewerb um sehr gute Mitarbeiter.

Wie wir auch an diesem Beispiel sehen, bringen Zahlen, Daten und Fakten einiges in Bewegung. Ohne diese Erkenntnisse hätte das Unternehmen klassisch eine Anzeige in der Zeitung oder online geschalten… und gewartet, das etwas passiert.

Ein drittes Beispiel aus der Praxis eines Maschinenbauers finden Sie in unserem Mehrwertblog mit dem Titel: Was tun, wenn die Resonanz auf Stellenangebote ausbleibt?

Nächste Folge

Wenn Sie Interesse haben, die Marktbedingungen Ihrer aktuellen Projekte genauer zu prüfen, empfehlen wir Ihnen eine Bewebermarkt-Analyse. Diese können im Shop bestellen. Den Link zum Blogbeitrag und zur Analyse finden Sie in den Shownotes zum Podcast.

Liebe Hörerinnen und Hörer, in der kommenden Folge setzen wir uns mit der Frage auseinander, ob Fachabteilungen die besseren Personalgewinner sind. Das wird spannend und ich freue mich, wenn Sie wieder mit dabei sind. .

Die Folge geht am 14.12. online. Bleiben Sie bis dahin neugierig und immer am Puls des Marktes.

Ihre Bianca Traber

Die Autorin: Bianca Traber

Nur in die Praxis umgesetzte Ideen bilden die Basis für reale Erfolge. Alles andere sind noch Wünsche oder Ziele. Aus diesem Grund berichte ich im Best-Practice-Blog über spannende Menschen und Unternehmen, die Ihre Projekte und Ideen erfolgreich umgesetzt haben. Auch interessante Fachbeiträge  helfen dabei, aktuelle Herausforderungen im Praxis-Alltag einfacher und sicherer zu meistern. Es würde mich freuen, wenn Sie dadurch neue Impulse erhalten, um zeitnah Ihre Wünsche und Ziele zu verwirklichen

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